Kräuterelexier für Pferde

Die Atmungsorgane der Pferde sind erfahrungsgemäß besonders empfindlich. Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise Husten beim Pferd,  machen mehr als ein Drittel der inneren Erkrankungen der Vierbeiner aus! Ca. 20 % aller Pferde sind von einer Stauballergie betroffen.

Im Gegensatz zum Menschen kann ein Pferd nur über die Nase einatmen und nicht über das Maul. Ein großes Gaumensegel verhindert dies. Mit Hilfe der Brustmuskulatur und des Zwerchfells atmet das Pferd die Luft ein. Über die Nasenhöhlen gelangt die eingeatmete Luft zunächst in den Rachen und von dort aus über den Kehlkopf in die Luftröhre. Die Luftröhre verzweigt sich in der Lunge in immer kleinere Luftwege – die Bronchien und Bronchiolen. Am Ende der Bronchiolen sitzen die Lungenbläschen (Alveolen). Würde man alle Lungenbläschen flach ausbreiten, könnte man damit eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes bedecken. Die Lungenbläschen sind umspannt von einem Netz aus winzigen Blutgefäßen. Über sie kann der Gasaustausch stattfinden: Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft gelangt über die Lungenbläschen ins Blut. Kohlendioxid wird in die auszuatmende Luft abgegeben. Damit die Luft mit möglichst wenig Staub und anderen Fremdkörpern in der Lunge ankommt, wird sie in den Schleimhäuten der Nasennebenhöhlen vorgereinigt. Darüber hinaus sind Luftröhre und Bronchien mit sogenannten Flimmerhärchen ausgestattet, die ebenfalls eine Reinigungsfunktion besitzen. Bei einer Atemwegsinfektion wird diese natürliche Reinigungsfunktion des Pferdekörpers gestört.

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Ursachen

Atemwegserkrankungen bei Pferden treten insbesondere in den Wintermonaten auf. In der kalten Jahreszeit haben die Pferde meist keinen oder wenig Weidegang und daher weniger Bewegung an der frischen Luft als im Sommer. Ist der Pferdestall nicht ausreichend durchlüftet, entsteht ein warmes, feuchtes Stallklima. – Ein Pferd gibt pro Tag rund sechs Liter Wasser über Haut und Atemwege ab. Dadurch können sich Bakterien, Viren und Pilze rasch vermehren und in der Stallluft anreichern. Außerdem werden Pferde im Winter vermehrt mit Heu gefüttert, wodurch die Staubbelastung der Atemluft zunimmt. Minderwertige Heu- und Strohqualitäten sind durch Verschmutzung und hohe Pilzsporenbelastung gekennzeichnet. Die Aufnahme von gesundheitsfördernden Beikräutern ist durch den ausbleibenden Weidegang nicht möglich.

Bei Fohlen treten Erkrankungen der Atemwege regelmäßig im Alter von 3-4 Monaten auf, ähnlich dem bekannten „Kindergartenrotz“. Die Schutzgammaglobuline aus der Kolostralmilch der Stute sind zu diesem Zeitpunkt aufgebraucht. Das Immunsystem der Fohlen beginnt sich infolge der normalen, biologischen Umweltreize zu entwickeln. Pferdehusten behandeln.

Akute Bronchitis

Eine akute Bronchitis wird nahezu immer durch Influenza-, Reo- oder Herpesviren verursacht. Die Virusinfektion führt zu entzündlichen Schwellungen in den Atemwegen. Die Muskulatur der Bronchien zieht sich durch die Krankheit zusammen (Bronchospasmus), sodass die Atmung erschwert wird. Darüber hinaus wird Bronchialschleim oft in solchen Mengen gebildet, dass die Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut mit dem Abtransport überfordert sind. Der Schleim verbleibt in den Atemwegen und bietet Bakterien einen Nährboden. Eine bakterielle Sekundärinfektion kann die Folge sein. Husten ist das Leitsymptom der Bronchitis. Zu Beginn ist er trocken und kräftig. Nach ein paar Tagen wird der Husten beim Pferd feucht und Nasenausfluss tritt auf. Weitere Symptome einer Bronchitis sind: Fieber, verringerte Futteraufnahme, Mattigkeit sowie eine Schwellung der Lymphknoten im Kopfbereich.

Chronische Bronchitis

Ist die akute Bronchitis nicht innerhalb von zwei Wochen geheilt, so geht sie in eine chronische Bronchitis über. Man spricht dann von einer sogenannten Chronisch Obstruktiven Bronchitis (COB). Obstruktion bedeutet, dass es zu einer Verengung der kleinsten Bronchialzweige kommt. Der übermäßig gebildete Schleim kann sich verfestigen. Die feinen Flimmerhärchen der Schleimhäute werden nachhaltig geschädigt.
Die häufigste Ursache für die chronische Verlaufsform ist eine nicht konsequent behandelte, akute Hustenerkrankung gepaart mit einer zu raschen Wiederaufnahme des Trainings. Der Übergang von einer akuten Infektion in eine chronische Bronchitis wird durch andauernd mangelhafte hygienische Luftverhältnisse im Stall gefördert.
Die COB ist in ihren Symptomen eher unauffällig: Die Pferde werden beim Training zwar schneller müde und brauchen anschließend länger, um sich zu regenerieren. Husten beim Pferd tritt aber nur unregelmäßig auf – meist bei der Fütterung oder zu Beginn des Trainings. Nasenausfluss ist häufig nicht vorhanden. Wenn doch, dann ist er zähflüssig und gelblich verfärbt.

 

Allergie:
Atemwegsallergien sind eine Ausprägungsform der chronischen Bronchitis beim Pferd. Wenn die Schleimhäute der Atemwege als Folge einer akuten Infektion entzündet sind, können die Inhaltsstoffe der Luft in engen Kontakt mit den Abwehrzellen treten. Dadurch kann eine Überempfindlichkeit mit einer allergischen Reaktion entstehen.

Die Atemwegsallergie gehört bei Pferden zu den häufigsten Allergieformen. Auslösende Ursachen für eine Atemwegsallergie beim Pferd sind in den meisten Fällen Staub, Schimmelpilze und Vorratsmilben.
Die Symptome können sich von April bis Juni durch die zusätzliche Pollenbelastung deutlich verschlimmern.

 

Dämpfigkeit:
Im Endstadium der COB ist der Übergang zwischen den kleinsten Bronchialzweigen (Bronchiolen) und den Lungenbläschen (Alveolen) durch zähen Schleim oder/und Schwellungen so verengt, dass ein Ventileffekt eintritt: Bei der Einatmung gelangt die Luft noch in das Lungenbläschen (Alveole), kann aber nicht vollständig ausgeatmet werden. Die Lungenbläschen blähen sich auf und reißen schließlich ein (Lungenemphysem). Diese Lungenschädigung ist irreparabel. Die Leistungsfähigkeit des Pferdes wird dadurch stark vermindert. Das Pferd leidet unter Atemnot und setzt bei der Atmung sichtbar die Bauchmuskulatur ein. 

Behandlung

Vorbeugen ist besser als Behandeln!

 

Vorbeugen:

Zunächst sollte man die Impfungen gegen Influenza und Herpes regelmäßig und termingerecht durchführen. Weiterhin ist darauf zu achten, dass das Pferd – gerade im Winter – möglichst oft an die frische Luft kommt. Außenfenster im Stall sollten stets geöffnet sein, wobei Zugluft zu vermeiden ist. Um die Pferde vor übermäßiger Staubbelastung zu schützen, sollte Heu und Stroh nicht in Pferdenasen-Höhe aufgeschüttelt werden. Vor dem Fegen der Stallgasse können die Staubpartikel auf dem Boden durch Anfeuchten (z.B. mittels Gießkanne und Brausenaufsatz) gebunden werden. Bei Nutzung der Reithalle sollte der Staubentwicklung während des Reitens vorgebeugt werden, indem der Hallenboden (z.B. durch eine Beregnungsanlage) ausreichend feucht gehalten wird. Außerdem ist auf die Futterqualität Acht zu geben: Erdige und schimmlige Stellen im Ballen sind großzügig zu entfernen. Ist das Heu- oder Stroh allzu staubig und riecht muffig, hat es in der Pferdebox nichts zu suchen.

 

Behandeln:

Ist ein Pferd erkrankt, so ist zu allererst dafür zu sorgen, dass die Luftqualität in der Umgebung des Pferdes verbessert und so die Ursache des Pferdehustens beseitigt wird. Die Einstreu kann durch staubarme Sägespäne ersetzt werden. Heu sollte man vor dem Füttern waschen. Alternativ stehen als Raufutter auch Heucops oder Grassilage zur Auswahl. Für chronisch erkrankte Pferde ist ganzjähriger Weidegang bzw. eine Offenstallhaltung ideal. Bessere Luftverhältnisse sowie mehr Bewegungsfreiheit als bei der Boxenhaltung wirken sich positiv auf die Gesundheit des Pferdes aus.
Eine Behandlung mit einem schleimlösenden, entkrampfenden und entzündungshemmenden Mittel (z.B. Kräuterelexier vom Lindenkreuz®) ist in jedem Stadium der Atemwegserkrankung sinnvoll und erforderlich. Eine Behandlung mit Antibiotika ist  höchstens bei Bakterieninfektionen in Betracht zu ziehen. Bei chronischen Erkrankungen kann leichte, angepasste Arbeit an der frischen Luft helfen, die Selbstheilungsfunktion der Lunge zu unterstützen. Insbesondere bei der Behandlung einer chronischen Bronchitis ist die Verabreichung chemischer Arzneien (z.B. Cortison) kritisch zu betrachten. Nebenwirkungen, wie Leberschädigungen, können auftreten.
Zwecks genauer Diagnose kann ein Tierarzt hinzugezogen werden. Insbesondere bei starken oder länger andauernden Krankheitssymptomen (wie z.B. Husten beim Pferd)  sollte der Rat eines Fachtierarztes eingeholt werden.